Problem: Ich tausche einen Kilometerzähler mit einem Stand > 0km gegen einen von KOSO aus. Dieser zählt wieder ab 0 km, d.h. die Kilometer auf dem alten Zähler sind "verloren". Beim Verkauf des Fahrzeugs muss man also erklären dass da soundsoviele km fehlen -- nicht wirklich gut.
Bei Kilometerzählern anderer Hersteller (z.B. ACEWELL) kann man den Stand des Zählers einstellen, und damit den des alten "übernehmen"; beim KOSO D64 (und meines Wissens auch allen anderen Tachos/Kilometerzählern von KOSO) geht das bedauernswerterweise nicht.
Deshalb habe ich etwas Hirnschmalz investiert und eine einfache Schaltung entwickelt, mit der man den Kilometerzähler "vorstellen" kann. Die Idee ist, eine stundenlange Hochgeschwindigkeitsfahrt zu simulieren, bis der gewünschte Zählerstand erreicht ist. Dafür ist zweierlei erforderlich: Eine Stromversorgung für den Tacho, und ein simuliertes Sensorsignal.
Stromversorgung
Da die Hochgeschwindgkeitsfahrt (in meinem Fall) 'zig Stunden dauert, fand ich es nicht so gut, den Tacho eingebaut zu lassen und die Quad-Batterie als Stromversorgung zu verwenden: Womöglich wäre die Batterie dank eingeschalteter Zündung leer geworden und ich hätte Starthilfe gebraucht; außerdem fand ich den Gendanken nicht so sympathisch, eine "fliegende" Schaltung tagelang unbeaufsichtigt in der Tiefgarage laufen zu lassen.
Also habe ich den Tacho aus dem Quad ausgebaut und ein altes 12 Volt-Netzteil aus der Bastelkiste gekramt und angeschlossen:
Netzteil +12V => Tacho rot + Tacho braun
Netzteil GND => Tacho schwarz
Simuliertes Sensorsignal
Hier wären mehrere Möglichkeiten denkbar, z.B. ein ARDUINO mit einem kleinen Programm, das eine definierte Zahl von Impulsen erzeugt, die den Kilometerzähler genau auf den gewünschten Stand bringt.
Da mein ARDUINO aber gerade anderweitig verbaut ist, habe ich einen anderen, noch einfacheren Weg gewählt: Da die benötigte Pulsfrequenz in der Nähe von 50 Hz liegt, lag es nahe, ein herrenloses WECHSELSTROM-Netzteil heranzuziehen. Auf dem Typenschild steht da statt z.B. "5 V 250 mA =" in etwa: "8,1V~/250mA" (wichtig ist der "~").
Etwas Forschungsarbeit ergab folgende Anschlussbelegung am dreipoligen "Speed"-Anschluss des KOSO-Tachos:
Grün-rot: Masse
Weiß-gelb: +5 Volt
Grün-weiß: Signal
Das "Signal" hat Tacho-intern einen 1 kOhm-Pull-up-Widerstand nach +5 Volt, und wird vom Sensor (einem Reed-Schalter) periodisch nach Masse kurzgeschlossen.
Diesen Kurzschluss nach Masse simuliert folgende Schaltung:
Der Diodentyp "1N4148" ist an praktisch jeder Straßenecke erhältlich und tut's ausgezeichnet.
Der Anschluss "+5 Volt" am KOSO-Tachoeingang bleibt offen.
Mein Tacho ist eingestellt auf 171 cm Radumfang und vier Magnete; die Schaltung bringt daher einen angezeigten Geschwindigkeitswert von:
v [km/h] = f [Hz] * 3,6 * U [m] / N = 50 * 3,6 * 1,71 / 4 = 77,0 km/h
v [km/h]: Angezeigte Geschwindigkeit in Stundenkilometern
f [Hz]: Frequenz des Sensorsignals (Impulse pro Sekunde)
U [m]: Am Tacho eingestellter Radumfang in Metern
N: Am Tacho eingestellte Zahl von Magneten
Mein Tacho geht bis 160 km/h; um die Fahrtdauer zu verkürzen habe ich die Einstellung für "Zahl der Magnete" vorübergehend von 4 auf 2 runtergesetzt. Dadurch wird die angezeigte Geschwindigkeit
v [km/h] = 50 * 3,6 * 1,71 / 2 = 153,9 km/h
Ich möchte den Kilometerzähler um 5016 km vorstellen; die Fahrzeit ergibt sich zu
T [h] = L [km] / v [km/h] = 5016 km / 153,9 km/h = 32,59 h = 32:36 h
L [km]: Simulierte Wegstrecke
v [km/h]: Simulierte Fahrgeschwindigkeit
T [h]: Erforderliche Fahrtdauer
Beginne ich die "Fahrt" z.B. am Sonntag um 20:39 Uhr, so ist der gewünschte Kilometerstand erreicht am
So 20:39h + 32:36h = So + 53:15h = So + 48:00h + 5:15h = Di 05:15h
Nicht zu lange laufen lassen, denn Zurückstellen ist NICHT möglich!